Warum werden nur Frauen von 50 bis 69 Jahren eingeladen?

Studien haben gezeigt, dass vor allem Frauen dieser Altersspanne den größten Nutzen vom Mammographie-Screening haben. Die Röntgenaufnahmen von Frauen unter 50 Jahren sind weniger gut zu beurteilen, weil diese Frauen noch dichteres Drüsengewebe haben und damit Tumore leichter maskiert werden können. Zudem nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, mit zunehmendem Alter zu. Hingegen nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, bei Frauen über 70 Jahren ab.

Warum ist das Mammographie-Screening für mich so wichtig?

Brustkrebs ist die häufigste Krebskrankheit bei Frauen, die meisten erkranken nach dem 50. Lebensjahr daran. Das Mammographie-Screening kann den Krebs in einem Stadium entdecken, indem er gut behandelbar und heilbar ist. Nehmen viele Frauen an dem Programm teil, lassen sich die Erkenntnisse über die Brustkrebsfrüherkennung ausbauen und die Chancen auf Heilung weiter erhöhen. Trotz bestmöglicher Früherkennung können wir eines nicht: Ihnen garantieren, dass Sie gesund sind und bleiben. Sie sollten deshalb Ihre Brüste beobachten und sich regelmäßig von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt im Rahmen der Krebsvorsorge untersuchen lassen. Was wir aber können: Ihre Lebensqualität dadurch steigern, dass Sie auf qualitätsgesicherte Befunde vertrauen können. Die Teilnahme am Screening beugt dem Krebs nicht vor. Aber das Mammo- graphie-Screening bietet die Chance, Krebs rechtzeitig zu erkennen, und zwar in einem Stadium, in dem er schonender behandelt werden kann und besser heilbar ist. Die Auseinandersetzung mit dem Thema bietet Ihnen die Möglichkeit, eine eigene Entscheidung bewusst treffen zu können und nimmt Ihnen damit vielleicht ein Stück weit die Angst vor Brustkrebs.

Was kann Mammographie-Screening leisten, was nicht?

Eine Teilnahme am Programm kann Brustkrebs nicht verhindern. Wird aber ein Krebs entdeckt, dann bietet das Screening in der Regel die Vorteile einer Früherkennung: bessere Behandlungs- und Heilungschancen. Auch das persönliche Gespräch mit Ihrem Gynäkologen und das übrige gynäkologische Vorsorgeprogramm sollten Sie dennoch unbedingt in Anspruch nehmen.

Ich habe keine gesundheitlichen Beschwerden, ich fühle mich gut. Warum sollte ich teilnehmen?

Das Ziel des Screening-Programms ist es gerade, Brustkrebs in einem Stadium zu entdecken, indem er noch keine Beschwerden verursacht. Denn Früherkennung verbessert die Chancen auf Heilung. Grundsätzlich ist die Untersuchung natürlich freiwillig. Bestehen Zweifel, sollten Sie diese mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt besprechen.

Ich habe Schmerzen in der Brust. Was soll ich machen?

Haben Sie Beschwerden, sollten Sie sich unbedingt mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt in Verbindung setzen, um die Auffälligkeiten abklären zu lassen, auch dann, wenn Sie bereits am Screening-Programm teilgenommen haben. Denn eine Teilnahme am Screening-Programm kann Ihnen nicht garantieren, dass zwischen zwei Untersuchungen keine Erkrankung entsteht. Bitte achten Sie auch weiterhin gut auf Veränderungen Ihrer Brust und ziehen Sie im Zweifelsfall Ihre Ärztin/Ihren Arzt zu Rate.

Ich habe schon einmal Brustkrebs gehabt und bin deswegen behandelt worden. Ist für mich eine Screening-Untersuchung sinnvoll?

Wenn Sie bereits aufgrund einer Brustkrebserkrankung behandelt werden, teilen Sie dies bitte der Stelle mit, die Sie eingeladen hat. Die Ihnen vertrauten Ärzte betreuen Sie dann weiter. Frühestens 5 Jahre nach Auftreten des Brustkrebs können Sie dann wieder in das Screening-Programm aufgenommen werden.

Habe ich durch die Screeningteilnahme Kosten zu übernehmen?


Das Mammographie-Screening ist für Sie kostenlos. Alle entstehenden Kosten werden im Rahmen Ihres Krankenversicherungsschutzes übernommen. Auch die Praxisgebühr entfällt, weil die Screening-Mammographie Bestandteil des gesetzlichen Früherkennungs- programms ist. Getragen wird das Programm gemeinsam von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen sowie den Kassenärztlichen Vereinigungen.

Wie gefährlich ist die Röntgenstrahlung für mich?

Wie jede Röntgenuntersuchung bringt auch die Mammographie eine Strahlenbelastung mit sich. Sie ist aber sehr gering und beträgt etwa zehn Prozent der jährlichen Strahlung, der jeder Mensch in Deutschland in seinem Alltag ausgesetzt ist. In gebirgigen Ländern ist die natürliche Strahlung sogar noch höher. Und auch Flüge haben eine gewisse Strahlen- belastung zur Folge. Die Gefahr, durch die Mammographie Krebs hervorzurufen, ist geringer als das Risiko, einen Tumor möglicherweise nicht oder gar zu spät zu entdecken. Zudem nimmt mit zunehmendem Alter auch die Strahlenempfindlichkeit ab. Durch den Einsatz moderner digitaler Geräte konnte die Strahlenbelastung zur Erzeugung guter und aussagekräftiger Bilder deutlich gesenkt werden.

Wie sind meine persönlichen Daten vor Mißbrauch geschützt?

Datenschutz ist ein absolutes Muss für alle Screening-Einrichtungen. Nur die/der Sie persönlich untersuchende Ärztin/Arzt hat Zugriff auf Ihre Daten.
Ihre Anschrift und Ihre Daten für die Einladung stellt das amtliche Melderegister zur Verfügung. Die Register übermitteln Ihre Daten an die einladende Stelle. Dort werden aus datenschutzrechtlichen Gründen Ihre Meldedaten in zwei verschlüsselte Kennnummern umgewandelt, die nicht wieder dekodiert werden können. Diese Kennnummern dienen vor allem dazu, die Einladungen zu organisieren und die Qualität der Untersuchung zu überprüfen.
Nachdem Sie eingeladen wurden, werden Ihre amtlichen Meldedaten gelöscht, unabhängig davon, ob Sie teilnehmen oder nicht. Alle späteren Qualitätskontrollen erfolgen dann anonym - nur unter Verwendung der beiden Kennnummern. Eine Qualitätskontrolle dient beispielsweise dazu, zu überprüfen, ob bei Frauen in der Zeit zwischen zwei Screening-Mammographien Brustkrebs aufgetreten ist, der früher hätte entdeckt werden können. Falls Ihre Mammographie-Unterlagen aus Gründen der Qualitätssicherung an das übergeordnete Referenzzentrum weitergeleitet werden, geschieht dies nicht ohne Ihr Einverständnis. Grundsätzlich unterliegen beim Mammographie-Screening Ihre Daten - wie bei allen anderen Behandlungen auch - der ärztlichen Schweigepflicht.

Falls ein Tumor bei mir festgestellt wird, wie geht es dann weiter?

Ist ein Tumor durch eine Feingewebeprobe nachgewiesen worden, wird das medizinisch sinnvolle weitere Vorgehen in einer sogenannten präklinischen Konferenz diskutiert. Hierbei anwesend sind die Chefärzte/Oberärzte der Screeningeinheit kooperierenden Brustzentren, der entsprechende Pathologe, der den Tumortyp festgelegt hat sowie die beteiligten Radiologen.

Nach der Konferenz wird Ihnen das Ergebnis der Expertenkonferenz persönlich mitgeteilt und Ihnen eine für Sie geeignete Klinik vorgeschlagen. Der entsprechende Operateur ist natürlich über Ihren individuellen Fall durch die Teilnahme an der präklinischen Konferenz informiert. Ihr behandelnder/behandelnde Frauenarzt/Frauenärztin wird in einem gesonderten Schreiben über Ihre Erkrankung informiert.

Selbstverständlich ist der Vorschlag für Sie nur ein Behandlungsangebot und keinesfalls verpflichtend. Sie können sich anschließend auch in jeder anderen Klinik weiter-behandeln lassen. Hierbei sollten Sie allerdings auch darauf achten, daß Sie gemäß der international üblichen Leitlinien behandelt werden und die Klinik über eine umfangreiche Erfahrung mit Ihrem Krankheitsbild hat.